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Radtour Elbequelle - Prag - Regensburg - Landshut - Deggendorf

Geplante Tour

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Höhen-Profil Radtour Elbequelle - Prag - Regensburg - Landshut - Deggendorf

Erstellt am 13.01.2017,

am 05.03.2019

Strecken-Merkmale

geplant

gefahren

Gesamtlänge in km

811

0

Gesamthöhenmeter Aufstieg

8.938

0

Durchschn. Steigung Aufstieg %

1,10

-

Gesamthöhenmeter Abstieg

8.927

0

GPS-Track-Daten

Informationen zu Rechten an den GPS-Track-Daten

Rechte-Inhaber

ThimbleU & biroto-Contributors

Rechte-Ausprägung / Lizenz

cc0: Public Domain keine Rechte vorbehalten

Link zur Rechtebeschreibung

creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/

gpx-Datei übernommen aus

https://www.biroto.eu/

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durch ThimbleU am 05.03.2019

Gesamtzahl Trackpoints

11.295

0

Trackpoint-Dichte per km

14

0

Endorte

Start

Plattling, Bayern, DE (324 m NHN)

Ziel

Semily, Northeast, CZ (335 m NHN)

An- und Abreise

Anreise:

Zug Dresden - Semily; acht Verbindungen täglich ca. 4 Std.

Dresden Hbf

ab 09:08

11

TLX 5253

trilex-express Richtung: Liberec
DB-Fahrkarten werden anerkannt, Fahrradmitnahme begrenzt möglich, nur 2. Klasse

Zittau

an 10:39

54

Zittau

ab 10:49

5a

TL 20913

trilex Richtung: Liberec
Fahrradmitnahme begrenzt möglich, nur 2. Klasse

Liberec

an 11:27

Umsteigezeit 35 Min.

Liberec

ab 12:02

R 1269

Schnellzug Richtung: Pardubice hl.n.
Fahrradmitnahme begrenzt möglich, nur 2. Klasse

Semily

an 13:06

Tour in umgekehrter Richtung: Plattling => Elbequelle:

Anreise:

Bahnhof/ HaltestelleZeitGleisProdukteWeitere Informationen
Dresden Hbfab 08:5214RE 3 (74030) Mitteldeutsche Regiobahn Richtung: Hof Hbf
Fahrradmitnahme begrenzt möglich
Betreiber: Mitteldeutsche Regiobahn
Hof Hbfan 11:3110
Umsteigezeit 9 Min.
Hof Hbfab 11:406ALX 79858 alex - Die Länderbahn GmbH DLB Richtung: München Hbf
Fahrradmitnahme begrenzt möglich , Fahrkarten im Zug erhältlich , Rollstuhlstellplatz , Fahrzeuggebundene Einstiegshilfe vorhanden , SnackPoint/Imbiss im Zug
Betreiber: alex - Die Länderbahn GmbH DLB
Regensburg Hbfan 13:454

Bahnhof/ HaltestelleZeitGleisProdukteWeitere Informationen
Solingen Hbfab 15:28IC 2027 Intercity Richtung: Passau Hbf
Fahrradmitnahme reservierungspflichtig , Fahrradmitnahme begrenzt möglich
Betreiber: DB Fernverkehr AG
Plattlingan 22:073

Rückfahrt:

Bahnhof/ HaltestelleZeitGleisProdukteWeitere Informationen
Semilyab 12:48R 1270 Schnellzug Richtung: Liberec
Fahrradmitnahme begrenzt möglich , nur 2. Klasse , Reservierung möglich , Rollstuhlstellplatz
Betreiber: Ceske Drahy
Liberecan 13:56
Umsteigezeit 37 Min.
Liberecab 14:33TLX RE2 (5254) trilex-express - Die Länderbahn GmbH DLB Richtung: Dresden Hbf
Fahrradmitnahme begrenzt möglich , nur 2. Klasse
Betreiber: trilex-express - Die Länderbahn GmbH DLB
Zittauan 15:21
Dresden Hbfan 16:5613

Bemerkungen

Die Tour ist zusammengestellt aus

Fahrradfreundliche Unterkünfte, Sehenswertes und Infrastruktur

Name u. Anschrift

Breite / Länge

Tel.
Fax.
Mobile

Art d. Unterkunft

Strecken-km
km zur Strecke
Höhe über NHN

Radlerfreundlichkeit

 

0 km
0,1 km
321 m

 

DE-94447 Plattling

 

Hotel

 

1 km
0,2 km
323 m

 

DE-94447 Plattling

 

Hotel

 

23 km
1,8 km
416 m

 

DE-94405 Landau (Isar)

 

Gasthof

 

23 km
0,5 km
377 m

DE-94405 Landau an der Isar

 

Historisches Ortsbild

Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt in Landau
Landau, Marktplatz

Landau an der Isar ist eine Stadt in Niederbayern, liegt am Isarradweg und zählt knapp 13.000 Einwohner. Die Obere Stadt, Altstadt liegt in 390 m Höhe auf einem Berg am rechten Isarufer, während die Untere Stadt etwa 60 m niedriger zu beiden Seiten der Isar liegt. Landau liegt in einem wichtigen Gemüseanbaugebiet am Rande des Gäubodens, der Kornkammer Bayerns.

Hintergrund

Neueren Erkenntnissen zufolge ist das Gebiet um das heutige Landau seit ca. 5.000 Jahren, also bereits ab der Jungsteinzeit, permanent besiedelt.

Eine dörfliche Siedlung namens Land-Au im Bereich der jetzigen Unteren Stadt wurde erstmals 1074 urkundlich erwähnt.

Die Gründung einer Stadt als Ampt Landau im Bereich der jetzigen Oberen Stadt erfolgte im Jahr 1224 durch den Wittelsbacher-Herzog Ludwig den Kelheimer als Grenzstadt zur Absicherung des Einflussbereichs der bayerischen Herzöge gegenüber den Machtinteressen des Bischofs von Passau. 1304 erhielt die Stadt von den Herzögen Otto III. und Stephan I. die Verbriefung der städtischen Sonderrechte.

In der Folge wuchs die Stadt Landau schnell mit der dörflichen Siedlung zur ihren Füßen zusammen, und es begann eine wirtschaftliche Blütezeit, während der Landau stets zu den steuerträchtigsten Einheiten der bayerischen Herzöge gehörte. Der einstige Reichtum der Stadt ist noch heute an mehreren prachtvoll ausgestatteten Kirchen ersichtlich. Die Zeit der florierenden Handels und Gewerbes endete abrupt mit dem Stadtbrand während des Niederbayerischen Erbfolgekrieges am 29. Juni 1504.

Vom Dreißigjährigen Krieg blieb Landau verschont, im letzten Kriegsjahr 1648 konnte die Stadt durch Zahlung von 5.000 Talern an die Schweden von der Zerstörung bewahrt werden. Im Jahr 1713 raffte die Pest innerhalb von sechs Wochen 80 Bewohner dahin. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde Landau am 17. und 18. Mai 1743 zunächst von französischen und daraufhin von österreichischen Truppen fast vollständig zerstört. Nach dem Friedensschluss ließ die Habsburgerin Maria Theresia der Stadt 1750 zum Wiederaufbau 600 Dukaten zukommen.

Im Jahre 1829 zählte Landau 1624 Einwohner und 300 Häuser.

1875 erhielt Landau einen Eisenbahnanschluss an der fünf Jahre später vollendeten Bahnstrecke Landshut–Plattling, die noch heute in Betrieb ist und links der Isar verläuft. 1903 wurde die inzwischen stillgelegte Stichbahn Landau–Arnstorf eröffnet, die östlich der Stadt an der rechten Isarhangleite aufstieg und Landau mit dem Südbahnhof einen weiteren Bahnhalt bescherte.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Landau gegen die anrückenden US-Truppen verteidigt und zu diesem Zwecke die Brücken gesprengt. Am 30. April 1945 zerstörte Artilleriebeschuss das Rathaus und Teile der Altstadt, wobei es insgesamt 22 Tote auf deutscher Seite gab. Das neue Rathaus konnte 1950 seiner Bestimmung übergeben werden. Um diese Zeit, also erst nach dem Zweiten Weltkrieg, kam es zu den ersten Industrieansiedlungen in Landau. Bis dahin war die Wirtschaft Landaus von Handwerkern, Landwirten, Kaufleuten und anderen Gewerbetreibenden geprägt.

Bis zur Gebietsreform in Bayern war Landau Kreisstadt, wurde dann aber am 1. Juli 1972 Teil des Landkreises Untere Isar, der zum 1. Mai 1973 in Landkreis Dingolfing-Landau umbenannt wurde. Landau verlor damit weitgehend seinen seit Jahrhunderten angestammten Status als Verwaltungszentrum, konnte im Gegenzug aber einige Eingemeindungen und die Verlagerung einiger untergeordneter Ämter nach Landau verzeichnen.

In den 1990er-Jahren wurde eine Altstadtsanierung durchgeführt, wodurch ein moderner Marktplatz geschaffen wurde.

Sehenswürdigkeiten

Kirchen
  • Die Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (Patrozinium am 15. August) gilt als der schönste und größte barocke Kirchenbau im unteren Isartal. Sie wurde ab 1713 anstelle einer mittelalterlichen Anlage unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger von Dominikus Magazin unter Beibehaltung des alten Turms und der Josefskapelle erbaut. Die Weihe erfolgte 1726. Auf den mittelalterlichen Turm wurde in den Jahren 1774 und 1775 seine charakteristische Zwiebelhaube aufgesetzt. Der Kirchenraum erstrahlt noch heute mit seiner prächtigen Ausstattung. Der 1725 errichtete mächtige Hochaltar mit viersäuligem Aufbau und reichem Akanthuswerk enthält das Altargemälde Mariä Himmelfahrt von Johann Caspar Sing und seitliche Heiligenfiguren. Die acht Seitenaltäre in den Seitenkapellen entstanden großenteils gleichzeitig. Der Sebastiansaltar von 1723 hat als Altarblatt eine Darstellung der Marter des hl. Sebastian von 1656, der Katharinenaltar ein Bild von 1796. Das klassizistische Chorgestühl wurde 1803 angefertigt. Von der spätgotischen Ausstattung des Vorläuferbaus aus dem 15. Jahrhundert haben sich der Chorbogenkruzifixus, Reliefs vom ehemaligen Hochaltar (jetzt Josefskapelle) und die drei Schnitzfiguren Mondsichelmadonna, St. Katharina über Kaiser Maxentius und St. Barbara über ihrem Vater Dioscuros an den südlichen Pfeilern erhalten. Neben der Kirche steht seit 1871 die Friedenseiche, ein Naturdenkmal.
  • Die Spitalkirche Hl. Geist am Spitalplatz wurde zwischen 1859 und 1861 im neugotischen Stil errichtet. Es handelt sich um einen Backsteinbau mit Dachreiter und eingezogenem Chor.
  • Die sogenannte Steifelskirche (Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung) liegt am östlichen Stadtausgang von Landau am Fuße des Stadtbergs und wurde ebenfalls unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut. Die Weihe erfolgte 1716. Die Kirche Zur Drei Mal großen Mutter im Steinfelsen ist ein barocker Saalbau mit Ausstattung, der Altar wurde um einen Sandsteinfelsen herum errichtet. Das Gotteshaus beherbergt zahlreiche Votivtafeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert und zählt zu den wichtigsten Wallfahrtskirchen im Unteren Isartal.
  • Nur 200 Meter weiter stadtauswärts steht die Friedhofskirche Hl. Kreuz, die älteste erhaltene Kirche der Stadt. Über ihre Entstehungsgeschichte ist wenig bekannt. Vermutlich wurde sie um 1590 im spätgotischen Stil erbaut. Unter Stadtpfarrer Rappoldsberger wurde eine barocke Flachdecke mit Gemälde eingezogen und der Turm erhöht, auch wurden teilweise gotische Elemente entfernt. Von 1998 bis 2006 wurde die Kirche gründlich innen und außen renoviert und erstrahlt nun in neuem alten Glanz.
  • Die Josefskapelle wurde mit viel Eigenleistung in 1.300 Arbeitsstunden im Jahr 2000 östlich der Stadt Landau nahe des Krankenhauses errichtet. Der Herz-Jesu-Altar stammt aus der aufgelösten Krankenhauskapelle in Wolfratshausen. Eigens als neue Bleibe für diesen Altar wurde die durch Spenden finanzierte Kapelle am Bockerlbahnradweg gebaut.
Plätze
  • Der Marienplatz ist der zentrale Platz in der Oberen Stadt. Hier befinden sich zahlreiche Geschäfte, das ehemalige Landratsamt und das Rathaus. Wichtiges Element ist auch der Marienbrunnen, ein achteckiges Steinbecken mit Voluten, erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts. Auf dem Brunnen thront die 1892 von Martin Schwertl gefertigte, 300 Kilogramm schwere Marienstatue. Anfang der 1970er-Jahre wurde der Brunnen restauriert. Da die ursprünglich vergoldete Statue nach der Restaurierung zunehmend ihre Farbe verlor, wurde die Marienfigur 2009 erneut vergoldet.
  • Der Sebastianiplatz ist ein wichtiger Platz in der Unteren Stadt rechts der Isar. Der Platz wird vom geschichtsträchtigen Sebastianibrunnen mit der vergoldeten Figur des hl. Sebastian geziert.
  • Der Dr.-Schlögl-Platz in der Unteren Stadt links der Isar ist nach dem CSU-Politiker Alois Schlögl benannt, der von 1948 bis 1954 bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war und mit der Region in enger Verbindung steht. Der Platz stellt heute einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Landau dar und ist zum Kreisverkehr ausgebaut. In der Mittelinsel befindet sich ein großer Brunnen, der im Frühjahr und Sommer von blühenden Blumen umgeben ist. An dem großen Platz befinden sich unter anderem das niederbayerische Amt für ländliche Entwicklung, die moderne St.-Johannes-Kirche (Pfarrkirche der Unteren Stadt) und - etwas zurückgesetzt - die neue Doppelturnhalle der Realschule Landau.
Museen
  • Niederbayerisches Archäologiemuseum Das 1995 als Zweigstelle der Archäologischen Staatssammlung München eröffnete Museum befindet sich im sog. Kastenhof, dem ehemaligen Herzogsschloss. Durch sein modernes Konzept und viel Multimedia-Einsatz gilt es als eines der modernsten Museen Bayerns und wurde im Jahr 1997 mit dem Europäischen Museumspreis ausgezeichnet. In vier Abteilungen (Vom Jäger zum Bauern, Magie und Religion, Die Stadt, Die Geschichte der Bajuwaren) gibt das Museum einen Überblick über das Leben in vorgeschichtlicher Zeit. Der beschilderte Museumsrundgang führt zunächst in die Welt der Archäologie ein und leitet die Besucher dann durch alle vier Abteilungen. Erwachsene zahlen 2,50 € Eintritt, der ermäßigte Eintrittspreis beträgt 1,50 €.
  • Heimatmuseum Seit 1958 befindet sich im sogenannten Weißgerberhaus, einem der ältesten noch erhaltenen Handwerkerhäuser der Stadt, das Landauer Heimatmuseum. In den 1990er-Jahren erfolgte eine umfangreiche Sanierung des Museums. Die beiden Hausgeschosse sind in unterschiedliche Großbereiche getrennt. Im Erdgeschoss werden die Themen "Bäuerliche Wohnkultur" und "Glaube und Frömmigkeit" gezeigt, im Obergeschoss die "Stadtgeschichte Landaus", "Bürgerliches Wohnen und Selbstdarstellung" sowie "Handwerk in der Stadt". Der zeitliche Darstellungsschwerpunkt des Museums liegt im 19. Jahrhundert.
  • Brauereimuseum Das Museum eröffnete im Mai 1997 in der ehemaligen Kastenmälzerei im zweiten Stock der Brauerei Krieger. Ein Großteil der Exponate stammt aus einer 1978 stillgelegten Brauerei und wird durch weitere alte Gerätschaften ergänzt. So wird dem Besucher der komplette Prozess der Malz- und Bierherstellung wie vor fünfzig bis hundert Jahren dargestellt.

Informationen zu Urheber-Rechten

Rechte-Ausprägung / Lizenz

by-sa: CREATIVE COMMONS Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Link zur Rechtebeschreibung

creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Text(e) übernommen von:

Wikivoyage-Bearbeiter, 'Landau an der Isar', Wikivoyage, Freie Reiseinformationen rund um die Welt, 5. März 2019, 14:49 UTC, https://de.wikivoyage.org/w/index.php?title=Landau_an_der_Isar&oldid=1183392 [abgerufen am 4. Februar 2020]

übernommen / bearbeitet am

04.03.2014 - 04.02.2020

übernommen / bearbeitet durch

biroto-Redaktion

 

40 km
0,4 km
364 m

DE-84130 Dingolfing

 

Historische(s) Gebäude

Dingolfing, Unterstadt, Bruckstraße
Dingolfing, Herzogsburg
Dingolfing, Hochbrücke
Dingolfing, Kath. Stadtpfarrkirche St. Johannes

Dingolfing ist eine Stadt in Niederbayern, liegt an der Isar und am Isar-Radweg und zählt gut 18.000 Einwohner. Die Stadtanlage ist bemerkenswert: Die Kernstadt (Unterstadt) liegt auf einer Ebene rechts der Isar, sie wird überragt von einer Oberstadt, die sich auf einer Erhebung befindet, die zu drei Himmelsrichtungen steil abfällt. Beide Stadtteile sind an ihrer einzigen historischen Verbindung, dem Steinweg, durch ein innerstädtisches Tor, den Reiserbogen getrennt. Inzwischen liegt der größere Teil des bebauten Stadtgebiets jedoch links der Isar.

Hintergrund

In der Trennung zwischen Ober- und Unterstadt lässt sich eine Doppelgründung erkennen: Während die wittelsbachischen Herzöge in der Oberstadt Fuß fassten, versuchte sich der Bischof von Regensburg in der Unterstadt zu behaupten, ehe die Wittelsbacher im Zuge ihres Landesausbaus den Bischof im 13. Jahrhundert aus der Stadt drängten und die Gesamtstadt 1265 per Vertragsschluss in ihrer Hand vereinigten.

Die erste urkundliche Erwähnung fand jedoch schon wesentlich früher statt: Im Jahr 833 fand der Ort Tinguluinga mit einer Kirche und einem Königshof erstmals Eingang in die Geschichtsbücher.

Die ersten Ansiedlungen links der Isar gegen Ende des 13. Jahrhunderts waren in erster viehwirtschaftlicher Natur und umfassten die sog. Schwaigen von Goben im Westen bis Sossau am Osten des heutigen Stadtgebiets. Diese Siedlungen wie auch die Vorstädte Fischerei und Gries sind heute größtenteils der Wohn- und Industriebebauung gewichen.

Im Zeitalter der späten Gotik (1350-1600) blühte in Dingolfing der Handel, die in der Textil- und Lederverarbeitung tätige Bevölkerung verschaffte der Stadt einen gewissen Reichtum. Von diesem Reichtum zeugt auch die stattliche Kirche St. Johannes, deren Grundsteinlegung im Jahr 1467 erfolgte.

Das Zeitalter des Wachstums endete im 17. Jahrhundert durch die großen Kriege der europäischen Mächte. Im Dreijährigen Krieg kam es zur Besetzung und Plünderung des Stadtgebiets durch die Schweden, im Österreichischen Erbfolgekrieg kam es 1743 zu einer Katastrophe für die Stadt. Im Zuge von Kampfhandlungen zwischen feindlichen österreichischen Truppen einerseits und den verbündeten Franzosen andererseits gingen große Teile der Stadt in Flammen auf. Die Stadt konnte sich von diesem Schlag nur sehr langsam erholen und versank in weitgehende Bedeutungslosigkeit.

Eine Wende setzte Mitte des 19. Jahrhunderts ein, als neue Straßen gebaut wurde und Dingolfing über die Strecke Landshut-Plattling ans Eisenbahnnetz angebunden wurde. Nach und nach siedelten sich Gewerbe- und - bis heute prägend - Industriebetriebe in Dingolfing an. Aus einer Reparaturwerkstätte für Landmaschinen wurde 1905 die Glaswerke, die Landmaschinen und nach dem Zweiten Weltkrieg auch Kraftfahrzeuge wie Motorroller oder das bekannte Goggomobil herstellten. Im Jahr 1967 ging das Werksgelände in den Besitz von BMW über und wurde zu nach und nach zum größsten und wichtigsten Produktionsstandort der Firma ausgebaut.

Vom Zweiten Weltkrieg blieb Dingolfing weitgehend verschont, einzig die Wehrmacht sprengte bei ihrem Abzug die Isarbrücke. Dieser Umstand und die florierende Indstrie trugen zu der rasanten Entwicklung Dingolfings in der Nachkriegszeit zu einer der reichsten Gemeinden Deutschlands bei. Durch den massiven Zuzug von Facharbeitern konnten immer neue Wohngebiete geschaffen und die soziale Infrastruktur verbessert werden. Dieser Prozess hält bis heute an.

Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Die Stadtpfarrkirche St. Johannes ist eine spätgotische Hallenkirche und von 1467 bis 1502 erbaut. Es handelt sich um einen stattlichen, unverputzten Backsteinbau mit 83 Meter hohem Turm. Wenngleich die Werkmeister unbekannt sind, so kann die Kirche doch der Landshuter Bauschule um Hans von Burghausen und Hans Stethaimer zugeordnet werden. Im Jahre 1868 wurde die barocke Zwiebelhaube des Turms durch einen Spitzhelm ersetzt. Die Innenausstattung und die Glasmalereien stammen größtenteils aus der Phase der Regotisierung der Kirche während des späten 19. Jahrhunderts Hervorzuheben sind ein überlebensgroßes spätmittelalterliches Kruzifix, das hängend im Vierungsgewölbe angebracht ist ("kolossaler Herrgott von Dingolfing", Anfang 16. Jahrhundert) sowie spätmittelalterliche Plastiken der Kirchenpatrone Johannes der Evangelist und Johannes der Täufer. Ebenso ist ein ursprüngliches Glasgemälde des Spätmittelalters im Norden auf Höhe des Chores erhalten. Der zugehörige Pfarrhof ist ein stattlicher barocker Bau aus dem Jahre 1729 mit Walmdach. Im Bereich der Pfarrkirche befindet sich auch die spätmittelalterliche Deifaltigkeits-, Erasmi- oder Schusterkapelle, an die im Westen im 17. Jahrhundert ein barocker Karner und im 19. Jahrhundert eine Lourdes-Grotte angefügt wurde.

Nachdem in Dingolfing bereits zu Zeiten des älteren bayerischen Stammesherzogtums im 8. Jahrhundert nachweislich Kirchensynoden stattfanden, kann für diese Zeit mit Sicherheit von der Existenz einer Pfarrkirche ausgegangen werden. Grabungen im Chorbereich im Jahr 1974 haben diese Vorgängerkirche archäologisch nachgewiesen. Ebenso ist durch Bodenbefunde gesichert, dass um die Mitte des 13. Jahrhunderts an der Stelle der heutigen Kirche ein romanischer Bau errichtet wurde, der mit 32 Metern Länge nahezu die Ausmaße der heutigen Kirche aufwies.

Die Wallfahrtskirche Geißelung Christi im Süden der Stadt (rechts der Isar) ist eine kleine barocke Wallfahrtskirche, die der Dingolfinger Baumeister Matthias Weigenthaler 1753 geschaffen hat. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Niederlassung der Franziskaner mit zugehöriger Klosterkirche im neogotischen Stil, die 1853 bis 1867 erbaut wurde.

Ebenfalls links der Isar (im Stadtteil Höll) befindet sich die Filialkirche St. Anton, die bereits vor 1432 als Kirche des zugehörigen Siechen- und Leprosenhauses erbaut wurde und der älteste noch bestehende Kichenbau in Dingolfing ist. Das Gotteshaus wurde 1895 im Zuge des Neubaus von Langhaus und Turm erweitert. Als einziges Bauelement bei dieser Erweiterung blieb der spätgotische Chor mit Netzgewölbe erhalten.

Stadtbefestigung

Die Hochbrücke ist eine hohe, auf fünf Jochen errichtete Backsteinbrücke, die 1612 vollendet wurde. Der bayerische Herzog und nachmalige Kurfürst Maximilian I. hatte den Bau durch einen Nachlass der Stadtsteuer gefördert. Das Bauwerk überbrückt den Asenbach und stellt eine wichtige Zufahrt zur Oberstadt von der Isarhangleite aus dar.

Ein anderer Weg zur Oberstadt führt von der Unterstadt über den sog. Reiserbogen, ein offenes Tor am Steinweg, herauf. Er wird auch Reiches Schultor genannt, da auf ihm seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die städtische Bürgerschule untergebracht war. Seit 1814 ist er in Privatbesitz.

Das Stadtbild Dingolfings wurde seit dem späten 19. Jahrhundert durch den Abbruch der Stadttore (mit Ausnahme des Wollertores am nordöstlichen Ende des Marienplatzes), die weitgehende Niederlegung der Stadtmauern (bis auf Reste an der West- und Ostseite der Oberstadt) und innerstädtische Gebäudeabbrüche verändert, so dass die Stadt heute durch ein weitgehend beliebiges Erscheinungsbild gekennzeichnet ist. Zahlreiche innerstädtische Baumaßnahmen der zurückliegenden Jahrzehnte taten ein Übriges. Die Anlage eines Straßentunnels in die Obere Stadt, der als kleinstädtisches Prestigeprojekt gelten kann, führte zu einer deutlichen und irreversiblen Störung der historischen Topographie im Nordostbereich der Oberen Stadt/Steinweg. Die Erhaltung dreier historischer Handwerkerhäuser in der Lederergasse, war das Ergebnis langwieriger, kontroverser und teilweise polemischer Debatten, nachdem auch hier der Abriss bereits beschlossen schien.

Der Stinkerturm ist ein halbrunder Backsteinturm der Stadtbefestigung mit Kegeldach aus Hohlziegeln (wohl aus dem 13. Jahrhundert) und diente als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und auch als Bürgerarrest. Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1997 war er in Privatbesitz, dann ging er in städtisches Eigentum über.

Der Storchenturm ist ein verputzter Backsteinturm der Stadtbefestigung (wohl aus dem 15. Jahrhundert), bis 1815 mit Storchennest. Im Jahre 1862 wurde er restauriert und verändert, 1905 mit einem Zeltdach ausgestattet. Er ist Eigentum des Freistaates Bayern.

Weitere Bauwerke

Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist die Herzogsburg, ein ehem. herzoglich-bayerisches Verwaltungsgebäude aus der Zeit der Reichen Herzöge des Landshuter Teilherzogtums. Sie gilt als einer der bedeutendsten Profanbauten der Spätgotik in Niederbayern. Sie wurde in den 2000er-Jahren renoviert und beherbergt ein Museum mit Objekten zur Vor- und Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, zur Handwerksgeschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert sowie zu Mobiliar, Kleidung, Werkzeug und Gerät zur ländlichen Arbeit und zur allgemeinen Zeitgeschichte. Darunter ist auch eine Spezialsammlung über Bilder und Zeichen der Volksfrömmigkeit. Im Erdgeschoss ist heute auch das Trauungszimmer für standesamtliche Hochzeiten untergebracht. Das Dachgeschoss beherbergt einen großen Veranstaltungssaal mit Galerie, hier finden Konzerte und Ausstellungen statt. Die historisierende Fassadenbemalung, die im Zuge der Renovierung auf das zuvor sichtbare Backsteinmauerwerk aufgebracht wurde, ist eine freie Nachempfindung ohne historische Vorlage und nicht unumstritten.

Plätze

Der zentrale Platz der Stadt Dingolfing mit zahlreichen Geschäften ist der wohl der Marienplatz (früher Wollerzeile) in der Unterstadt. Durch seine große Breite bietet der Marienplatz Besuchern der Stadt Dingolfing auch Parkraum.

Parallel zum Marienplatz, eine Häuserzeile weiter, liegt der Spitalplatz. Neben Rathaus und dem Busbahnhof der Dingo-Linien gibt es hier ebenfalls diverse Geschäfte und Parkplätze.

Unweit von Marien- und Spitalplatz, ebenfalls in der Unterstadt, befindet sich der Pfarrplatz. Er dient lediglich als begrünter Eingangsbereich zur Stadtpfarrkirche St. Johannes.

In der Oberstadt befindet sich schließlich der Straßenzug Obere Stadt, der durch seine Breite eindeutig platzartigen Charakter besitzt. Hier befinden sich verschiedene Ämter, unter anderem das Landratsamt des Landkreises Dingolfing-Landau, und es gibt ausreichend Parkraum für Behördengänger.

Museen

Das Museum Dingolfing (Obere Stadt 19, 84130 Dingolfing) in der sog. Herzogsburg wurde 2008 eröffnet. Hier gibt es Objekte zur Vor- und Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, zur Handwerksgeschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, zu Mobiliar, Kleidung, Werkzeug und Gerät bei der ländlichen Arbeit und zur allgemeinen Zeitgeschichte. Darunter ist auch eine Spezialsammlung über Bilder und Zeichen der Volksfrömmigkeit.

Informationen zu Urheber-Rechten

Rechte-Ausprägung / Lizenz

by-sa: CREATIVE COMMONS Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Link zur Rechtebeschreibung

creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

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Wikivoyage-Bearbeiter, 'Dingolfing', Wikivoyage, Freie Reiseinformationen rund um die Welt, 27. März 2018, 15:26 UTC, <https://de.wikivoyage.org/w/index.php?title=Dingolfing&oldid=1088042> [abgerufen am 22. November 2018]

übernommen / bearbeitet am

23.11.2018

übernommen / bearbeitet durch

biroto-Redaktion

 

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